Von NOE 1 Redaktion - Sabrina Teilen Teilen Anfang November 2025 wurde der Entwurf für ein neues Glücksspielgesetz für ganz Österreich veröffentlicht. Gemäß Planung soll die Gesetzesnovelle im Jahr 2026 beschlossen werden, ehe die Lizenzen für Lotto und Online-Glücksspiel am 30. September 2027 auslaufen. Damit wäre die Reform der Glücksspielbestimmungen die bisher weitestreichendste Änderung seit Inkrafttreten des Gesetzes 1989. Ob der Zeitplan eingehalten wird, ist noch ungewiss. Contents hide 1 Das verraten 300.000 Betroffene über den Reformbedarf 2 Was Spieler in der Übergangszeit beachten sollten 3 Was steht im Reformentwurf vom November 2025? 4 Die Wettgebühr von fünf Prozent als erster Vorgriff 5 Casino Baden und das Landpaket bis 2030 6 Droht eine Verlängerung der bestehenden Konzessionen? Das verraten 300.000 Betroffene über den Reformbedarf Die Gesundheit Österreich GmbH hat am 27. April 2026 erstmals detaillierte Daten über Glücksspielprobleme in Österreich veröffentlicht. Demnach zeigen mindestens 300.000 Menschen ab 15 Jahren, grob 4 Prozent der Bevölkerung, zumindest eine leichte Spielsucht. Ein Viertel davon ist stark abhängig. Die durchschnittlichen Verschuldungen von Behandlungssuchenden liegen bei 28.000 Euro. Besonders Sportwetten und die Online-Nutzung stecken hinter der Problematik, weil sie so leicht zugänglich sind und vor allem auf das jüngere Publikum Reize ausüben. Bei den jungen Erwachsenen sieht man laut Report ein starkes Zusammenspiel zwischen Schaden durch häufiges Spielen und anderen Belastungen. All diese Zahlen sind die unmittelbare Vorlage für die Reform. Bereits 2022 hatte der Verfassungsgerichtshof klar gemacht, dass die bisherigen Schutzmaßnahmen gegen Spielsucht nicht ausreichen, um Spieler zu schützen. Das Anton-Proksch-Institut in Wien beschreibt die Lage so, dass ohne neue Mittel zum Schutz die absehbare Entwicklung nicht aufhaltbar ist. Was Spieler in der Übergangszeit beachten sollten Wer bis zur Reform online in Österreich spielt, tut dies zum Großteil bei Anbietern, die in anderen EU-Staaten, hauptsächlich Malta, lizenziert sind. Win2day, die Plattform der Österreichischen Lotterien, bleibt bis auf weiteres der einzige Betreiber mit Lizenz aus Österreich. Bei einem anderen Anbieter zu spielen ist nicht illegal, aber im Konfliktfall hat man dort keinen heimischen Rechtsschutz. Worauf bei der Wahl einer Plattform zu achten ist: Lizenzangaben im Footer Gesonderte Verwahrung von Spieler- und Betriebsguthaben Nachvollziehbare Bonusbedingungen Erkennbare Maßnahmen zum Schutz der Spieler, wie Limits beim Einzahlen oder Selbstsperren. Eine erste Einschätzung lässt sich mit Hilfe von Empfehlungen bei casino.org bzw. anderen renommierten iGaming-Vergleichsportalen machen, die Anbieter nach Lizenz, Einhaltung der Auszahlung, Transparenz in Sachen Boni sowie Schutzmaßnahmen gegenüber Spielern benoten. Was steht im Reformentwurf vom November 2025? Im Begutachtungsentwurf stehen drei Kernelemente. Erstens eine eigenständige Glücksspielbehörde, die das Bundesministerium für Finanzen als Aufsichts- und Lizenzvergabestelle ablöst und so den Interessenkonflikt entschärft, der durch die ÖBAG-Beteiligung an Casinos Austria entsteht. Zweitens ein zentrales Sperrregister, das einen Selbstausschluss anbieterübergreifend verbindlich macht, ähnlich dem deutschen OASIS-System. Drittens IP– und Payment-Blocking gegen Anbieter ohne österreichische Konzession. Die offene Frage betrifft das Lizenzmodell. Finanzminister Markus Marterbauer von der SPÖ will das Monopol im Online-Glücksspiel beibehalten und stärker gegen illegale Anbieter vorgehen. Teile der ÖVP, die NEOS und der Branchenverband OVWG fordern dagegen ein EU-konformes Mehrlizenzsystem. Die OVWG argumentiert, dass eine geregelte Marktöffnung den Spielerschutz stärken würde, weil legale Anbieter dann unter Aufsicht stünden. Aus Verhandlungskreisen wurde laut einem oe24-Bericht Ende März 2026 bekannt, dass die Regierungsparteien sich grundsätzlich auf mehrere Online-Lizenzen verständigt haben. Anzahl und Vergabekriterien sind weiter offen. Die Wettgebühr von fünf Prozent als erster Vorgriff Eine Maßnahme aus dem Reformpaket gilt bereits. Seit dem 1. April 2025 liegt die Wettgebühr in Österreich bei fünf Prozent vom Wetteinsatz, vorher waren es zwei Prozent. Die Anpassung wurde aus dem Regierungsprogramm um neun Monate vorgezogen. Das Finanzministerium rechnet mit rund 50 Millionen Euro Mehraufkommen pro Jahr. Wie diese Last weitergegeben wird, hängt vom Anbieter ab. Cashpoint zieht die Steuer direkt vom Einsatz ab, aus 100 Euro werden 95, die ins Spiel gehen. Interwetten rechnet die Belastung auf den potenziellen Gewinn an. Admiral und Tipico tragen die Mehrkosten derzeit selbst, um Kunden zu halten. Der Österreichische Sportwettenverband warnte in seiner Stellungnahme vom 7. März 2025 vor existenzbedrohenden Folgen und forderte längere Übergangsfristen. Die Forderung blieb ohne Erfolg. Casino Baden und das Landpaket bis 2030 Die landbasierte Casino-Landschaft Österreichs zerfällt für die Reformfrage in zwei Pakete. Das Stadtpaket mit den Häusern in Wien, Linz, Salzburg, Graz, Innsbruck und Bregenz endet am 31. Dezember 2027. Das Landpaket mit Baden, Kitzbühel, Kleinwalsertal, Seefeld, Velden und Zell am See läuft bis 31. Dezember 2030. Casino Baden, 1886 nach Plänen von Eugen Fassbender und Maximilian Katscher als Kurhaus errichtet und 1995 als größtes Casino Europas mit Kongresszentrum neu eröffnet, ist damit drei Jahre über das Stadtpaket-Ende hinaus abgesichert. Das Haus dient bis heute auch als Kulturort, etwa für den Internationalen Chorwettbewerb Ave Verum. Die Casinos Austria AG, mehrheitlich im Besitz der tschechischen Allwyn-Gruppe und zu rund einem Drittel im Eigentum der staatlichen ÖBAG, wird sich nach Auskunft von Generaldirektor Erwin van Lambaart um alle anstehenden Konzessionen bewerben. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete das Lotterien-Geschäft der Gruppe einen Bruttospielertrag von rund 1,05 Milliarden Euro, während das stationäre Casino-Geschäft leicht zurückging. Droht eine Verlängerung der bestehenden Konzessionen? Die Ausschreibung der Konzessionen ist nach geltendem Glücksspielgesetz an eine Frist von mindestens 45 Monaten gebunden. Das Finanzministerium hat den Vergabeprozess deshalb bereits nach den alten Regeln gestartet. Findet die Koalition nicht rechtzeitig zu einer Einigung, sieht der Reformentwurf eine vorübergehende Verlängerung der bestehenden Lizenzen um bis zu zwei Jahre vor. Eine gestaffelte Umsetzung gilt in Fachkreisen als wahrscheinlich, mit der neuen Behörde zuerst und Lizenzregeln in einem zweiten Schritt. Facebook Comments Box Share
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