Interview

Karin Fürst, MSc, MBA: Blockaden lösen, Potenziale entfalten

Mit M-8 Entwicklung begleiten hat Karin Fürst, MSc, MBA, einen Raum geschaffen, in dem Lern- und Verhaltensblockaden ganzheitlich betrachtet und nachhaltig gelöst werden. Ihre Arbeit basiert auf der Evolutionspädagogik® und verbindet Erkenntnisse aus Gehirnforschung, Bewegung und Entwicklung.

Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seiner individuellen Geschichte und seinen Potenzialen. Im Interview spricht Karin Fürst über innere Entwicklungsstufen, Selbstwirksamkeit und darüber, wie aus Unsicherheit wieder Vertrauen wachsen kann.

Interview mit Karin Fürst, MSc, MBA

Karin Fürst, MSc, MBA Interview

Fotocredits: www.christinebauer.at

Was hat Sie dazu bewegt, M-8 Entwicklung begleiten ins Leben zu rufen?

Ich habe viele Jahre im Ausland gelebt und in der Kommunikationsbranche gearbeitet. Als ich Mutter wurde, merkte ich schnell, dass ich mit meiner bisherigen Kommunikation bei meinem Kind an Grenzen stieß.

Auf der Suche nach Antworten entdeckte ich die Evolutionspädagogik® – ein Ansatz, der Lern- und Verhaltensblockaden auf völlig neue Weise verständlich macht.

Dieses Aha-Erlebnis wollte ich weitergeben. So entstand M‑8: „M“ steht für den Menschen im Zentrum meiner Arbeit, die „8“ für die liegende Acht – ein Symbol für Vernetzung, Gleichgewicht und die Fähigkeit, innere Blockaden zu lösen.

Gemeinsam ausgesprochen bedeutet es Macht und um die eigene Macht, die eigene Mitte und Kompetenz zu finden, geht es. Diese zu ent-wickeln und freizulegen, um die eigenen Potenziale zu leben. Denn es sind meist früh erfahrene Lern- und Verhaltensblockaden, die uns in unserer persönlichen und beruflichen Entwicklung hindern.

Wie würden Sie Evoped® jemandem erklären, der diese Methode noch nicht kennt?

Die Evolutionspädagogik® wurde vor über 30 Jahren von Ludwig Koneberg in München entwickelt und wird heute europaweit in über 800 Praxen angewendet. Im Westen von Österreich wurde schon vor Jahren ein Kindergarten nach dieser Methode konzipiert.

Im Osten von Österreich hingegen ist dieser Ansatz noch relativ neu. Diese ganzheitliche Methode verbindet Erkenntnisse aus Gehirnforschung, Kinesiologie und der Evolutionstheorie nach Darwin.

Grundlage ist ein Stufenmodell, das typische Entwicklungs- und Bewegungsmuster betrachtet. Dadurch entsteht eine neue Betrachtungsmöglichkeit unserer täglichen Herausforderungen.

Das Evolutionsstufenmodell legt uns die Geschichte der Menschheit nahe. Die Entwicklung vom Embryo zum Baby bis hin zum Kleinkind entsprechen in ihren typischen Bewegungs- und Verhaltensmustern den aufeinander aufbauenden Entwicklungsstufen der Menschheit.

Die zentrale Frage lautet: Aus welcher inneren „Entwicklungsstufe“ heraus agiert ein Mensch in einer bestimmten Situation und wo liegt die Blockade? Anhand gezielter Bewegungsübungen lassen sich diese Blockaden lösen, sodass Lernen, Verhalten und Handeln wieder in Balance kommen.

Welche Angebote umfasst Ihre Arbeit und für welche Anliegen sind sie jeweils besonders geeignet?

Meine Arbeit richtet sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die mit Lern- oderVerhaltensblockaden kämpfen.

Dazu gehören unter anderem: Herausforderungen bei Lesen, Schreiben, Rechnen, schwankende Aufmerksamkeit und Konzentration, innere Anspannung, Unsicherheit oder Überforderung sowie Schwierigkeiten bei Organisation und Lernstrategien.

Ich habe mein Angebot bewusst breit aufgestellt: Neben Evolutionspädagogik® arbeite ich als Legasthenie- & Dyskalkulietrainerin, Lerndidaktikerin und 90° Coach. Derzeit schließe ich zusätzlich die Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin sowie zur Mediendidakterin ab.

Karin Fürst, MSc, MBA: Wenn Lernen und Entwicklung ins Stocken geraten

Karin Fuerst MSC MBA m-8.at

Fotocredits: www.christinebauer.at

Mit welchen Herausforderungen kommen Menschen oder Eltern am häufigsten zu Ihnen?

Bei Kindern geht es oft um Themen wie Ablöseprozesse, Integration in die Gruppe oder Schulreife.

Bei Schüler:innen und Jugendlichen stehen Lese-, Schreib- oder Rechenschwierigkeiten im Vordergrund – ebenso wie Konzentration, Lernorganisation oder innere Anspannung. Erwachsene suchen oft Unterstützung, wenn sie den Fokus verlieren, sich überfordert fühlen oder mehr innere Ruhe finden möchten.

Was verändert sich aus Ihrer Erfahrung bei Menschen auf einer tieferen Ebene, wenn Lernblockaden oder Entwicklungshemmnisse gelöst werden?

Wenn eine Blockade sich löst, passiert viel mehr als nur „besser lernen“: Menschen gewinnen Selbstvertrauen, ihr Selbstwert steigt, und sie erkennen, dass sie selbst Einfluss auf ihr Denken und Handeln haben.

Ein Beispiel: Ein Junge hatte massive Schulprobleme, während seine Mutter sich starke Vorwürfe machte. Durch unsere gemeinsame Arbeit konnte er seinen Schulweg stabilisieren – und auch seine Mutter fand zu mehr Leichtigkeit.

Gibt es eine Rückmeldung aus Ihrer Arbeit, die für Sie besonders berührend oder beispielhaft ist?

Positve Rückmeldungen gehen oft auf die Unterscheidung zwischen LRS und Legasthenie zurück.

Ich selbst finde diese feine Linie sehr spannend. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Visualisierungsfähigkeit ein großes Thema ist. Deshalb ist es so bedeutsam, genau hinzusehen.

Nicht jedes Kind mit Lernproblemen hat auch eine Legasthenie oder Dyskalkulie.

Sehr beeindruckt hat mich ein Brief eines Mädchens, das nach unserer gemeinsamen Arbeit erfolgreich in die Unterstufe gewechselt ist. Als sie in der 2. Klasse Volksschule zu mir kam, stand eine Rückstufung im Raum. Heute meistert sie die Unterstufe mit Erfolg – ein wunderbares Beispiel dafür, wie viel möglich ist.

Über Karin Fürst, MSc, MBA:

Kommunikation ist der rote Faden, der sich durch mein Leben zieht. Dinge zu ent-wickeln und auf einer anderen Ebene zu begegnen, finde ich spannend und interessant. Ein Blick zurück nach vorne hat schon manches ent-wickeln lassen.

Website

 

Facebook Comments Box

Antwort verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Next Article:

0 %