Von NOE 1 Redaktion - Sabrina Teilen Teilen Niederösterreich hat vor, dass die internationalen Beziehungen zu Japan weiter ausgebaut werden. Ein neues Partnerschaftsabkommen mit der Präfektur Yamanashi soll künftig nicht nur den kulturellen und akademischen Austausch fördern, sondern auch dafür sorgen, dass sich neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnen. Dabei stehen in erster Linie Zukunftstechnologien, Kunst und Weinbau im Mittelpunkt der Kooperation. Contents hide 1 Kooperation zwischen Niederösterreich und Yamanashi 2 Wirtschaftliche Chancen für beide Seiten 3 Von Wein bis Wasserstoff: Neue Brücken zwischen den Regionen 4 Europa und Asien rücken immer näher zusammen Kooperation zwischen Niederösterreich und Yamanashi Japan zählt mit rund 124 Millionen Einwohnern zu den bevölkerungsreichsten Ländern der Welt. Allein im Ballungsraum Tokio leben mehr als 30 Millionen Menschen. Trotzdem gibt es, zumindest auf regionaler Ebene, einige Parallelen zu Österreich. Ein Beispiel ist die Präfektur Yamanashi, die etwa zwei Autostunden westlich der japanischen Hauptstadt liegt. Dort leben rund 800.000 Menschen. Die Region ist für ihre landschaftliche Schönheit, ihre Innovationsfreue und auch für ihren Weinbau bekannt. Zwischen Yamanashi und Niederösterreich wurde ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet, das eine engere Zusammenarbeit in mehreren Bereichen vorsieht. „Es ist für uns eine große Ehre, dass wir dieses Abkommen mit dem Land Niederösterreich unterzeichnen durften“, so der Gouverneur von Yamanashi, Kotaro Nagasaki. Er betonte, dass das Ziel vor allem im Austausch junger Menschen liege: „Was wir damit bezwecken, ist zum einen ein Austausch von jungen Menschen, die unsere Zukunft mitgestalten. Zum Beispiel wollen wir im Bereich Kunst und Kultur junge Leute aus unserer Präfektur nach Niederösterreich schicken, um dort in hoher Qualität zu lernen. Zum anderen würden wir gern Künstler aus Niederösterreich zu uns holen.“ Auch die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat die gegenseitigen Lernchancen hervorgehoben: „Auch im Bereich des Weinbaus will man Erfahrungen von uns übernehmen, weil wir eine der besten Weinbauregionen in ganz Europa bzw. auf der ganzen Welt haben.“ Gleichzeitig könnte Niederösterreich in anderen Bereichen profitieren – etwa in der Eisenbahntechnologie, „wo man in Japan Vorreiter ist. Da sind sie unglaublich innovativ.“ Wirtschaftliche Chancen für beide Seiten Langfristig soll die Vereinbarung auch den wirtschaftlichen Austausch zwischen Unternehmen beider Regionen erleichtern. Japan ist schließlich nach den USA und China der drittwichtigste außereuropäische Handelspartner für das Bundesland Niederösterreich. Durch die Kooperation soll es für heimische Betriebe wesentlich einfacher werden, auf dem japanischen Markt Fuß zu fassen. Während die österreichische Wirtschaft derzeit stagniert, suchen viele Unternehmen neue Absatzmärkte. Japan wiederum kämpft auch mit konjunkturellen Herausforderungen, rechnet aber für dieses Jahr mit einem leichten Wachstum. Im Fokus steht der Bereich der erneuerbaren Energien – hier spielt vor allem Wasserstoff eine entscheidende Rolle. Ein Beispiel dafür ist das niederösterreichische Unternehmen HydroSolid aus Wilhelmsburg. Das Unternehmen ist bereits eine Kooperation mit der japanischen Sumida Corporation eingegangen. Geschäftsführer Lukas Renz: „Grüne Energie zu speichern und wieder verfügbar zu machen, ist extrem herausfordernd, auch was die Kosten betrifft.“ Katsuyuki Kojima, geschäftsführender Vizepräsident der Sumida Corporation, sieht in der Zusammenarbeit ebenfalls großes Potenzial: „Wir erwarten, dass wir uns gemeinsam mit dieser Firma technisch weiterentwickeln werden. Denn wir wissen, dass angesichts des Klimawandels der Wasserstoff unsere Zukunft ist.“ Von Wein bis Wasserstoff: Neue Brücken zwischen den Regionen Neben der Energiebranche spielt auch die Industrie eine zentrale Rolle: Die Berndorf-Gruppe, bekannt für ihre Edelstahlpools, hat die Reise nach Japan etwa dazu genutzt, um den Markt vor Ort zu erkunden. „Japan hat eine extrem lange Bäderkultur. Wir schauen, wo wir etwas lernen können, uns austauschen können und vielleicht auch etwas gemeinsam machen können“, erklärte Karen Fanto, Direktorin für internationale Märkte bei Berndorf Bäderbau. Auch andere niederösterreichische Firmen sind bereits in Japan aktiv. Dazu gehört etwa die Techco GmbH aus dem Weinviertel, die für die Produktion von Generatoren zuständig ist. Geschäftsführer Andreas Zwerger betonte: „Japan ist das Aushängeschild für die Industrie. Es ist ein wenig mit Stolz verbunden, wenn man für Japan liefern darf, denn die Japaner sind sehr genau bei der Auswahl von qualifizierten Unternehmen.“ Digitalisierung ist ein weiteres zentrales Thema der Kooperation. Helmut Miernicki, der Geschäftsführer der Wirtschaftsagentur ecoplus, sieht in diesem Bereich großes Potenzial: „Sie sind sehr gut, aber wir müssen uns nicht verstecken. Wir haben großartige Unternehmen, die genauso gut sind wie die Japaner.“ Tatsächlich kann man im Bereich Digitalisierung viel von Japan lernen. Beispielsweise im Bereich Gaming. Denn hier ist man in Asien in einer Vorzeigerolle. Das kann mitunter auch für den Online Glücksspielbereich genutzt werden. Viele Online Casinos arbeiten mit Live Casinos, werben damit, dass sie keine Limitierungen haben und punkten zudem noch mit attraktiven Boni. Kommt hier die entsprechende Technologie zum Einsatz, ist natürlich noch mehr möglich. Europa und Asien rücken immer näher zusammen Die neue Partnerschaft mit Yamanashi wird auch als Signal in Niederösterreich verstanden: In einer Zeit, in der Handelsbeziehungen mit den USA zunehmend unsicher werden, soll der Blick stärker in Richtung Asien wandern. „Angesichts der aktuell unsicheren Lage mit den USA, Stichwort Zölle, ist das Zusammenrücken der Europäischen Union mit Asien besonders wichtig für unseren Erfolg“, erklärte Kari Ochsner, der Präsident der Industriellenvereinigung Niederösterreich. Österreich genießt laut Christian Moser, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich, einen ausgezeichneten Ruf in Japan: „Die Verlässlichkeit und die Qualität sind Dinge, die an Österreich geschätzt werden. Es bestehen auch Chancen für kleine und mittlere Betriebe.“ Japan gilt als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt und ist als Markt mit hohen Qualitätsansprüchen bekannt. Der Weg dorthin ist für viele Unternehmen kein leichter, doch wer einmal Fuß gefasst hat, der kann meist auf stabile und langfristige Kooperationen zählen. So könnte die neue Partnerschaft zwischen Niederösterreich und Yamanashi zu einem der wichtigsten Bausteine einer engeren wirtschaftlichen und kulturellen Verbindung zwischen Europa und Asien werden. Facebook Comments Box Share
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