Von NOE 1 Redaktion - Sabrina Teilen Teilen Die Tochter von Rudolfine Steindling heißt Susanna Steindling und wird im familiären Umfeld Susi genannt. Ihr Name taucht bis heute im Schatten einer Geschichte auf, die weit über Österreich hinausreicht. Contents hide 1 Rudolfine Steindling und der Aufstieg der Roten Fini 1.1 Zwischen Kommunistin und Wiener Gesellschaft 2 Wer ist die Tochter von Rudolfine Steindling? 2.1 Was ist über Susanna „Susi“ Steindling bekannt? 3 Die Novum GmbH und die verschwundenen DDR-Millionen 4 Tochter von Rudolfine Steindling und das Erbe der Familie 5 Wie Deutschland um das Novum Vermögen kämpfte 6 Was Namen wie Ruth Steindling und Vilma Steindling damit zu tun haben 6.1 Fazit: Tochter von Rudolfine Steindling blieb weitgehend privat Ihre Mutter Rudolfine Steindling, bekannt als „Rote Fini“, bewegte sich zwischen KPÖ, DDR-Außenhandel, Wiener Gesellschaft und israelischer Öffentlichkeit. Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde sie zur Schlüsselfigur im jahrelangen Streit um verschwundenes SED-Vermögen. Über Susanna selbst ist erheblich weniger bekannt. Während das Leben ihrer Mutter Gerichtsakten, Medienberichte, Bücher und Dokumentationen füllt, hielt sich die Tochter weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Gerade dieser Kontrast macht die Familiengeschichte interessant. Denn anhand der belegbaren Spuren lässt sich zeigen, was über Susi Steindling bekannt ist und an welcher Stelle Spekulationen beginnen. Rudolfine Steindling und der Aufstieg der Roten Fini Rudolfine Eckel wurde 1934 geboren und begann ihre berufliche Laufbahn bei der Central Wechsel- und Creditbank in Wien. Dort lernte sie Adolf „Dolly“ Steindling kennen, einen jüdischen Holocaust-Überlebenden und Résistance-Kämpfer, der später ihr Ehemann wurde. Er war zuvor mit Vilma Steindling verheiratet. Rudolfine gehörte von 1959 bis 1969 der Kommunistischen Partei Österreichs an und arbeitete anschließend weiter im wirtschaftlichen Umfeld der KPÖ. 1973 übernahm die Geschäftsfrau Rudolfine Steindling die Leitung der Novum GmbH. Die Gesellschaft vermittelte Geschäfte zwischen Unternehmen im Westen und der DDR, darunter auch Kontakte zu Voest-Alpine. 1978 übernahm Steindling die Hälfte der Anteile, 1983 wurde sie Alleingesellschafterin. Spätere Untersuchungen kamen zu dem Ergebnis, dass die Anteile treuhänderisch für die Zentrag der SED gehalten worden waren. Zwischen Kommunistin und Wiener Gesellschaft Der Lebensstil der Roten Fini passte kaum zum klassischen Bild einer kommunistischen Funktionärin. Medien beschrieben die gut vernetzte Geschäftsfrau als Frau mit Vorliebe für Luxus, die zugleich ausgezeichnete Kontakte in die politische und wirtschaftliche Führung der DDR besaß. Gerade dieser Gegensatz machte Steindling später zu einer faszinierenden Figur für Dokumentationen über den Kalten Krieg und verschwundenes Parteivermögen. Ihre Biografie war jedoch nicht auf die kommunistische Geschäftswelt beschränkt. In Israel trat sie als Mäzenin auf und engagierte sich unter anderem für Keren Hayesod sowie Einrichtungen wie Yad Vashem und das Weizmann Institut. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem hatte für die Familie auch vor dem Hintergrund der Biografie von Dolly Steindling eine persönliche historische Dimension. Wer ist die Tochter von Rudolfine Steindling? Die Tochter von Rudolfine Steindling ist Dr. Susanna Steindling, die in familiären und zeitgenössischen Quellen als Susi erscheint. Ein Nachruf Rudolfine Steindling aus dem Jahr 2012 liefert hierfür einen seltenen persönlichen Beleg. Dort wird die enge Beziehung zwischen Mutter und Tochter beschrieben und ausdrücklich „Tochter Susi“ erwähnt. Auch andere Quellen führen Susanna gemeinsam mit ihrer Mutter in Israel. Dokumente der Jerusalem Foundation nennen sowohl „Dr. Susanna Steindling“ als auch Rudolfine Steindling. Zudem wird eine Dr. Susanna Steindling von der Universität Tel Aviv als ehemalige Doktorandin im Bereich Physik und Astronomie geführt. Was ist über Susanna „Susi“ Steindling bekannt? Im Gegensatz zu ihrer Mutter führte Susanna kein vergleichbar öffentliches Leben. In der Illustrierten Neuen Welt erschien sie später beispielsweise als „Mag. Dr. Susanna Steindling“. Der Nachruf Rudolfine Steindling zeichnet zugleich ein persönliches Bild der Familie und beschreibt die Liebe der Mutter zu Susi als von Toleranz und Verständnis geprägt. Wichtig ist eine journalistische Abgrenzung. Aus der familiären Verbindung darf nicht abgeleitet werden, dass Susanna für die Geldtransaktionen ihrer Mutter verantwortlich war. Öffentlich zugängliche, belastbare Quellen belegen die Tochter und familiäre Vermögensübertragungen, rechtfertigen jedoch keine pauschale Zuschreibung der Handlungen Rudolfines an Susanna. Die Novum GmbH und die verschwundenen DDR-Millionen Der Kern des Finanzkrimis liegt bei Novum. Zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung verfügten Novum und verbundene Strukturen über enorme Guthaben. Ein Bericht des Deutschen Bundestages dokumentiert internationale Geldbewegungen zwischen Österreich, der Schweiz, Israel, der Karibik und asiatischen Ländern. Rund 109 Millionen Euro wurden von Schweizer Novum Konten an etwa 60 Banken transferiert. Hinzu kamen rund 128 Millionen Euro, die zuvor von Konten bei der Österreichischen Länderbank auf Konten in Zürich gelangt waren. Steindling hob diesen Betrag laut Bundestagsbericht anschließend in 62 Tranchen ab und legte ihn in anonymen Wertpapieren und Sparbüchern wieder an. Medien fassten die Dimension später häufig mit rund 130 Millionen Euro zusammen. Das populäre Bild von Dutzenden Bargeldkoffern ist deshalb einprägsam, vereinfacht jedoch einen wesentlich komplizierteren Komplex aus Überweisungen, Barabhebungen und Anlagen. Tochter von Rudolfine Steindling und das Erbe der Familie Nach dem Tod Rudolfine Steindlings am 27. Oktober 2012 in Tel Aviv rückte zwangsläufig auch die Familie stärker ins öffentliche Interesse. Berichte aus den Jahren zuvor erwähnen, dass Vermögenswerte bereits zu Lebzeiten auf die Tochter übertragen worden sein sollen. Daraus entstand eine öffentliche Verbindung zwischen Susanna und dem Vermögenskomplex ihrer Mutter, obwohl zwischen familiärem Eigentum und den gerichtlich verfolgten Novum Geldern unterschieden werden muss. Ein Nachruf zeigt zudem eine andere Seite von Steindlings Leben. Die Familie habe für sie im Mittelpunkt gestanden, und sie habe Verwandte in Israel, den USA und Südamerika zusammengehalten. Diese private Perspektive steht in scharfem Kontrast zum öffentlichen Bild der Frau, deren Name jahrzehntelang mit einem der spektakulärsten Finanzfälle aus der Zeit nach dem Ende der DDR verbunden blieb. Wie Deutschland um das Novum Vermögen kämpfte Die juristische Aufarbeitung dauerte Jahrzehnte. Die Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben, kurz BvS, vertrat die deutschen Ansprüche auf das ehemalige SED-Vermögen. Bereits 2009 kam es mit Steindling zu einem Vollstreckungsvergleich, durch den die BvS insgesamt rund 120 Millionen Euro erhielt. Das Geld wurde anschließend an die neuen Bundesländer verteilt. Auch Banken gerieten ins Zentrum der Verfahren. 2019 bestätigte das Schweizer Bundesgericht die Haftung der Bank Julius Bär als Rechtsnachfolgerin der Cantrade Privatbank für rund 88 Millionen Euro zuzüglich Zinsen. Damit endete ein wesentlicher Teil des Rechtsstreits erst Jahre nach Steindlings Tod. Der Fall zeigt, weshalb die Geschichte nicht allein als Geschichte einer einzelnen Geschäftsfrau gelesen werden kann, sondern ebenso als Kapitel über Banken, Treuhandkonstruktionen und die wirtschaftlichen Hinterlassenschaften des Kalten Krieges. Was Namen wie Ruth Steindling und Vilma Steindling damit zu tun haben Bei Recherchen zur Familie können verschiedene Namen für Verwirrung sorgen. Vilma Steindling war die frühere Ehefrau von Adolf Steindling, bevor dieser Rudolfine heiratete. Rudolfine selbst wurde als Rudolfine Eckel geboren. Adolf wurde aufgrund seines Vornamens auch „Dolly“ Steindling genannt. Für eine Tochter namens Ruth Steindling liefern die maßgeblichen Quellen dagegen keinen belastbaren Nachweis. Die dokumentierte Tochter heißt Susanna beziehungsweise Susi. Auch ein Eintrag wie „Steindling – Wikipedia“ sollte deshalb nicht isoliert als Familiennachweis verwendet werden. Gerade bei einer Geschichte mit zahlreichen Personen, Unternehmen und jahrzehntelangen Verfahren ist die Unterscheidung zwischen dokumentierten Fakten und bloßen Namensähnlichkeiten entscheidend. Fazit: Tochter von Rudolfine Steindling blieb weitgehend privat Die Tochter von Rudolfine Steindling ist Susanna „Susi“ Steindling. Während ihre Mutter als Rote Fini, ehemalige Treuhänderin der KPÖ und mächtige Akteurin im Umfeld der Novum zu einer historischen Figur wurde, blieb Susanna weitgehend außerhalb der medialen Öffentlichkeit. Dokumentiert sind ihre enge familiäre Beziehung zu Rudolfine, ihre Verbindung zu Israel und einzelne öffentliche Spuren unter dem Namen Dr. Susanna Steindling. Der größere Finanzkrimi gehört vor allem zur Biografie der Mutter. Rudolfine Steindling kontrollierte die Novum, bewegte enorme Summen und hinterließ einen Rechtsstreit, der Deutschland, Österreich und die Schweiz über Jahrzehnte beschäftigte. Ein erheblicher Teil des Geldes wurde später auf juristischem Weg zurückgeholt. Gerade weil Susanna selbst kaum öffentlich auftrat, sollte ihre Rolle nicht über die vorhandenen Belege hinaus erweitert werden. Facebook Comments Box Share
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